Ich bin Thomas, Indie-Entwickler aus Aschaffenburg, und seit gut einem Jahr baue ich Software auf eine Art, die vor zwei Jahren noch kaum denkbar war: mit KI-gestütztem Coding, hauptsächlich über Claude Code. Vibe-Coding nennt man das — du beschreibst, was du willst, und baust gemeinsam mit der KI. Nicht blind generiert, sondern im ständigen Dialog. Architektur, Logik, Details: alles durchdacht, aber in einem Tempo, das als Solo-Entwickler vorher nicht möglich gewesen wäre.
Aber diese Geschichte beginnt nicht am Rechner. Sie beginnt in einer Kneipe.
Ein Chor, eine App, und ein wachsender Frust
Ich bin Mitglied im Kneipenchor hier in Aschaffenburg — als Fotograf, nicht als Sänger (das ist für alle Beteiligten besser so). Der Chor nutzte eine bekannte Vereinssoftware für die Mitgliederverwaltung. Auf dem Papier konnte die alles, was man so braucht. In der Praxis? War niemand so richtig zufrieden.
Die Bedienung war umständlich, vieles fühlte sich an wie ein Kompromiss, und Wünsche aus dem Verein prallten an einem Anbieter ab, der verständlicherweise nicht auf jeden einzelnen Chor mit 65 Mitgliedern individuell eingehen kann. Irgendwann dachte ich mir: Wir zahlen rund 100 Euro im Jahr für eine Lösung, die nicht wirklich zu uns passt. Und ich bin Entwickler. Das muss doch besser gehen.
Von „Ich bau uns was" zu „Das könnte anderen auch helfen"
Der Plan war zunächst simpel: eine App, die genau das kann, was unser Chor braucht. Termine planen, Zu- und Absagen zu Events sammeln, Ausflüge koordinieren — da müssen Fahrten organisiert, Unterkünfte geplant und Teilnehmer verwaltet werden. Und vor allem: ein eigener Kommunikationskanal, der WhatsApp, Signal und Co. ersetzt und alles in einer App zusammenfasst. Keine verstreuten Gruppenchats mehr, in denen wichtige Infos untergehen.
Also habe ich genau damit angefangen: Terminverwaltung, Fahrgemeinschaften, Reiseplanung, Mitgliederverwaltung, Vereins-Chat.
Und dann passierte, was immer passiert, wenn man anfängt, ein echtes Problem zu lösen: Es kamen mehr Ideen. Schichtpläne für Vereinsfeste. Inventarverwaltung. Ankündigungen. Umfragen. Ein Kassenbuch. Und plötzlich war aus der kleinen Chor-App ein vollständiges Vereinsmanagement-Tool geworden.
Der Unterschied zu den großen Anbietern? Ich höre zu. Nicht als Marketing-Versprechen, sondern weil ich selbst im Verein sitze und sehe, wo es hakt. Und als Indie-Entwickler kann ich Dinge umsetzen, die bei größeren Anbietern im Backlog verschwinden.
Wo Vereinsgeist heute steht
Die Android-Version ist zu rund 80 % fertig für einen ersten Release. Aktuell arbeite ich an der iOS-Version — und eine Web-App wird es ebenfalls geben. Wenn alles stabil läuft, geht die App in die erste echte Testphase — mit unserem Kneipenchor als Pilotverein, rund 65 Mitglieder, echter Vereinsalltag. Kein Labortest, sondern Ausflüge, Vorstandssitzungen, das volle Programm.
Danach wird sich zeigen: Bewährt sich Vereinsgeist im Alltag? Was fehlt noch? Was nervt? Was muss anders? Diese Phase ist entscheidend — denn eine Vereins-App ist nur so gut wie der Verein, der sie täglich nutzt.
Parallel möchte ich Vereinsgeist auch weiteren Vereinen hier in der Region anbieten. Nicht als fertiges Produkt mit Hochglanz-Versprechen, sondern als ehrliches Angebot: Testet die App, sagt mir was ihr braucht, und ich schaue, ob und wie ich es umsetzen kann. Vereinsgeist soll aus echtem Feedback wachsen — nicht aus Annahmen darüber, was Vereine vielleicht wollen.
Du willst dabei sein?
Der Start ist für Mitte April angepeilt. Vereinsgeist ist noch nicht öffentlich verfügbar — aber du kannst dich auf die Warteliste setzen. Sobald die App bereit ist, wirst du als Erstes informiert. Und zwischendurch gibt es hin und wieder ein Development-Update, damit du weißt, wo wir stehen.
Kein Spam, kein Druck. Nur Updates, wenn es wirklich etwas zu erzählen gibt.
Was kommt als Nächstes?
In diesem Blog werde ich regelmäßig über die Entwicklung von Vereinsgeist schreiben: neue Features, Entscheidungen hinter der Technik, und was ich aus der Zusammenarbeit mit echten Vereinen lerne. Der nächste Artikel dreht sich um ein Thema, das jeder Verein kennt, aber kaum einer gut gelöst hat: Was passiert eigentlich mit den Daten, wenn ein Mitglied austritt?
Bis dahin: Danke fürs Lesen. Und wenn du einen Verein kennst, der mit seiner aktuellen Software hadert — schick ihnen diesen Artikel. Vielleicht ist Vereinsgeist genau das, was sie suchen.